Vorüberlegungen für einen gelungenen Internetauftritt
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Nachstehend möchten wir auf einige allgemeine Grundsätze eingehen, die (fast) alle Internetauftritte betreffen. Dabei werden insbesondere die allgemeinen berufsspezifischen Besonderheiten der freien Berufe berücksichtigt.
I. Aller Anfang ist schwer
Der erste Schritt für eine gelungene Internetpräsenz ist der, sich über die folgenden grundlegenden Fragen Klarheit zu verschaffen:
- Was ist das Ziel der Internetpräsenz (bloße Information, Werbung, etc.)?
- Wer soll mit der Webseite erreicht werden, was ist die Zielgruppe?
- Welche Nutzen versprechen Sie sich von Ihrer Internetpräsenz?
- Wie viel Zeit wollen sie selbst in dieses Projekt stecken?
- Welchen Umfang soll das Projekt haben?
- Welche Kosten sind sie bereit zu tragen?
Ist dieser Schritt vollbracht, gilt es, sich zu überlegen, wie die Seiten am besten gestaltet und umgesetzt werden, damit die o.g. Ziele erreicht werden können. Dabei gilt es insbesondere die folgenden in Teil 2 näher erläuterten Punkte zu beachten:
- Domainname
- Layout
- Werbung
- Rechtliche Absicherung
- Wartung, Pflege
- Technische Aspekte und Sicherheit
Die möglichen, berufsbezogenen Inhalte der Web-Seiten werden im Rahmen jeweiligen Berufe behandelt.
II. Vorüberlegungen
1. Ziel der Internetpräsenz
Das Internet bietet als neues Medium die vielfältigsten Möglichkeiten, an potentielle Mandanten, bzw. Patienten heranzutreten. Ebenso vielfältig sind die mit einer Internetpräsenz verfolgten Ziele, wovon nun einige vorgestellt werden sollen:
Reine Information
Das Internet kann zunächst als reines Informationsmedium genutzt werden. In diesem Falle besteht eine Webseite aus Informationen, die üblicherweise in Praxisbroschüren u.ä. enthalten sind. Die Aufmachung ist ähnlich und die Zielsetzung ebenfalls: Es soll ein zusätzlicher Service für den Kunden geschaffen werden, der sich so schnell und einfach über Tätigkeitsschwerpunkte, Anfahrtswege etc. informieren können soll.
"Gezielte Selbstdarstellung"
Werbung ist in Verbindung mit den freien Berufen aufgrund der gesetzlichen und standesrechtlichen Vorschriften ein sehr zweischneidiges Schwert. Dennoch kann im Rahmen des Zulässigen (dazu näher bei den jeweiligen Berufsgruppen) auch im Internet geworben werden. Schon die alleinige Präsenz stellt bereits eine gewisse Form von Werbung dar.
- Erweiterung des Tätigkeitsbereichs
Auch eine Erweiterung des eigenen Tätigkeitsbereichs ist über das Internet möglich. Zwar steckt dieser Komplex zur Zeit noch in den Kinderschuhen, die Tendenz ist jedoch eindeutig:
Schon jetzt bieten einige Rechtsanwaltskanzleien "Online-Beratung" an. Es laufen bereits erste Projekte, Steuererklärungen über E-Mail beim Finanzamt abzugeben. Die Internetpräsenz von Ärzten würde es Patienten ermöglichen, sich gezielt den geeigneten Arzt herauszusuchen. ... Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. - Ob sie allerdings auch praktikabel sind, wird sich in Zukunft zeigen.
2. Zielgruppe
Die Bestimmung der Zielgruppe ist für jede Internetpräsenz das A und O. Denn: Was nützt die schönste Homepage, wenn sich niemand dafür interessiert, oder sie sofort wieder verlassen wird?
- Eine genaue Bestimmung ist im Rahmen der Freien Berufe allerdings nahezu unmöglich. Denn sie bieten im allgemeinen Dienstleistungen "für jedermann" an, womit sich die Zielgruppe grundsätzlich nicht nach Alter oder Bildungsgrad eingrenzen lässt.
Die Zielgruppe kann daher von "jedermann" bis zu einen auf der jeweiligen Spezialisierung bzw. Fachrichtung eng begrenzten Personenkreis reichen, wonach sich die Anforderung an die Internetpräsenz richten. Soll mit den Informationen ein allgemeines, fachlich unbedarftes Publikum erreicht werden, so gestalten sich die jeweiligen Beiträge usw. natürlich vollkommen anders, als solche, die sich an ein Fachpublikum richten.
- Zu bedenken ist zudem ein technischer Aspekt:
Auch für den Verfasser der Internetseiten bzw. der dafür erforderlichen HTML-Dokumente ist es - abgesehen vom inhaltlichen Aspekt - wichtig, die Zielgruppe zu kennen. Der Grund dafür ist folgender: Die Darstellung der Internetseite ist von dem Computer-System des Anwenders abhängig. Neuere und leistungsfähigere Systeme sind in der Lage, eine Vielzahl von visuellen Effekten und anderer "Spielereien" zu unterstützen. Demgegenüber sind heutzutage auch noch alte Systeme in Gebrauch, die z.B. keine Grafiken oder Frames anzeigen können oder einfach nur sehr langsam sind.
Das bedeutet: Je größer das zu erreichende Publikum ist, desto einfacher sollten die Seiten gestaltet sein. Nur so kann erreicht werden, dass sie von den meisten Benutzern auch vollständig und schnell empfangen werden können.
3. Nutzen der eigenen Internetpräsenz
Eine Imageverbesserung durch die eigene Internetpräsenz liegt nahe. Wie bereits erwähnt wird eine solche immer wichtiger. Heute schon hat sich das Suchverhalten vieler potentieller Mandanten und Patienten verändert, ganz nach dem Motto: "Erst mal ein schneller Blick ins Internet, da weiß man schon mehr."
- Ein direkter Zuwachs an neuen Mandanten bzw. Patienten ist momentan wohl eher (noch) nicht zu erwarten: Die flächendeckende Präsenz von Anwälten, Steuerberatern und Ärzten in Deutschland ist bereits gewährleistet. Jeder kann relativ einfach einen Vertreter dieser Berufe in seiner näheren Umgebung aufsuchen. Es besteht insofern kein direkter Bedarf an einem Internetangebot dieser Berufsgruppen.
Dazu kommt, dass gerade für die freien Berufe der persönliche Kontakt oft unverzichtbar ist. Dies gilt insbesondere aus der Sicht der Mandanten bzw. Patienten. Wohl keiner würde sich auf eine ärztliche Ferndiagnose bei einem ernsten Leiden einlassen.
Bei Anwälten und Steuerberatern sieht das allerdings schon anders aus. Gerade Geschäftsleute werden künftig auf die zeitsparende, Anfahrtswege und Parkplatzsuche vermeidende Online-Beratung zurückgreifen. Private Mandanten werden vermutlich den persönlichen Kontakt vorziehen.
- Dies sollte gleichwohl keinen abschrecken, sich jetzt schon eine Internetpräsenz aufzubauen. Das Internet erfährt zur Zeit einen rasanten Aufschwung, über die Art und Weise, wie dieses neue Medium unsere Zukunft verändern wird, lässt sich nur spekulieren.
- Gerade die Tatsache, dass sich das Internet zur Zeit im Aufbau befindet und dort noch relativ wenige freie Berufe vertreten sind, bietet so die Möglichkeit, die eigene Seite frühzeitig bekannt zu machen. Diese Bekanntheit kann man sich in Zukunft wieder zu nutze machen, um den Mandanten- bzw. Patientenstamm oder auch das Tätigkeitsgebiet zu erweitern.
4. Zeitlicher eigener Aufwand
Eigentlich sind die letzten drei Punkte untrennbar miteinander verbunden: Je größer der Umfang des Projektes, desto höher der eigene zeitliche Aufwand und desto höher die Kosten.
a) Aufwand bei Erstellung und Wartung der Seiten
Da die Internetpräsenz vorerst eher einen Nebenbereich der eigentlichen beruflichen Tätigkeit darstellen wird, kann der eigene zeitliche Aufwand nur relativ gering sein. Folgende Möglichkeiten bieten sich bei Erstellung und Wartung der Seiten:
- Eigene Erstellung
Zunächst kommt die - kostengünstige - eigene Erstellung der Internetpräsenz in Betracht. Angesichts einer Vielzahl von relativ einfach zu bedienenden Editoren und der diesbezüglichen Werbung könnte man meinen, dass dies heutzutage nur noch ein "Klacks" ist. Es ist zwar richtig, dass die Benutzung von einigen solchen Hilfsmitteln keine tiefgehenden HTML und Programmierkenntnisse erfordert.
Die Nachteile dieser Möglichkeit sind dennoch offensichtlich: Auch das Bedienen des einfachsten Editors erfordert eine gewisse Einarbeitung und damit Zeit - und die ist bekanntlich Geld. Zudem haben viele dieser Systeme noch erhebliche Schwächen, so dass trotz deren Verwendung häufig ein direkter Eingriff in den HTML-Code erforderlich ist, damit die Seiten richtig funktionieren.
Ferner ist zu bedenken, dass es mit der reinen Erstellung der Seiten noch nicht getan ist. Schließlich muss die Seite irgendwie ins Internet gestellt und dort bekannt gemacht werden. Zudem muss eine gute Seite regelmäßig gewartet und gepflegt werden. All dies erfordert viel Zeit.
- Beauftragung eines (größeren) Internetdienstleisters
Bei Beauftragung eines Internetdienstleisters zur Erstellung und Wartung der Internetpräsenz ist der eigene zeitliche Aufwand am geringsten, der Kostenaufwand dementsprechend am höchsten. Hier braucht dem Anbieter nur gesagt werden, was gewollt ist. Den Rest erledigt dieser. Je größer diese Dienste jedoch sind, desto "fließbandmäßiger" ist natürlich auch die Umsetzung. Dagegen können solche Dienste aus einem sehr großen Fundus an Ideen, technischen Umsetzungsmöglichkeiten usw. schöpfen, was den Internetseiten zugute kommt.
- Zwischenmöglichkeiten
- Mittlerweile etablieren sich immer mehr kleinere Dienste, die die Erstellung und Pflege von Homepages anbieten. So z.B. wir (Beachten Sie unseren Leistungskatalog).
Dabei handelt es sich häufig um "Einzelkämpfer", die sich das entsprechende Fachwissen zumeist in ihrer Freizeit angeeignet haben. Dies bietet natürlich den Vorteil einer sehr individuellen Umsetzung der eigenen Ideen. Allerdings sollte man mit der Auswahl vorsichtig sein: Nicht jeder, der sich auf Neudeutsch als "Web-Designer" bezeichnet, kann auch gute Internetpräsenzen erstellen. Hier empfiehlt sich zunächst der Blick auf dessen Homepage.
- Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich die Seiten erstellen zu lassen und deren anschließende Pflege selbst zu übernehmen. Dies erspart natürlich die Folgekosten. Zu bedenken ist allerdings, dass gerade die nachträgliche Änderung von HTML-Code dessen genaue Kenntnis voraussetzt. Zudem ist es meist recht mühsam, Seiten zu verändern, die andere erstellt haben. Denn jeder hat dort seine persönlichen Methoden und Vorlieben. Zu empfehlen ist dieser Weg also nur, wenn die Seite in ihrem Inhalt und der Gestaltung über längere Zeit nicht verändert werden soll. Das schließt insbesondere die Verwendung von Links auf fremde Seiten aus, da diese regelmäßig überprüft und gewartet werden sollten.
b) Folgeaufwand bei Anbieten eigener, auf das Internet bezogener Dienstleistungen
Daneben ist der Folgeaufwand bei Anbieten eigener, auf das Internet bezogener Dienstleistungen zu bedenken. Wer z.B. als Anwalt eine Online-Beratung (Beratung via Internet) anbietet, muss diese auch mit den nötigen technischen Kenntnissen umsetzen können. Wer Rückfragen und Anregungen über E-Mail anbietet, muss diese auch regelmäßig lesen und ggfs. beantworten. Es gibt für den Nutzer nichts abschreckenderes, wenn eine E-Mail, die ja gerade als sehr schnelles Kommunikationsmittel gilt, erst nach 2 Wochen beantwortet wird. Meist ist die Frage längst wieder vergessen, bzw. unwichtig geworden, weil ein anderer Anbieter gefunden wurde.
- Je mehr Dienstleistungen angeboten werden, desto lohnender ist das Abstellen einer Fachkraft, für deren Betreuung. Diese muss logischerweise sowohl technisch als auch fachlich versiert sein. Solche Kräfte werden noch schwerlich zu finden sein, was sich in Zukunft voraussichtlich durch Anpassung der Ausbildung ändern wird.
- Wenn zusätzliche Dienstleistungen, wie z.B. E-Mail-"Feedback" angeboten werden, müssen diese sehr ernst genommen werden und auf jeden Fall sehr zügig bearbeitet werden. Fehlen hierfür die Kapazitäten, sollte besser darauf verzichtet werden.
5. Umfang des Projektes
Das eben zum zeitlichen Aufwand gesagte hat schon einiges über den Umfang des Projektes vorweggenommen. Daher beschränke ich mich hier auf eine eher exemplarische Auflistung und gehe bei den einzelnen Berufsgruppen näher auf die jeweiligen Möglichkeiten ein.
- Nur 1 Seite, die mit einer Visitenkarte zu vergleichen ist.
- Nur 1-3 Seiten, die mit einer einem kleineren Praxisprospekt zu vergleichen sind.
- Zusätzliche Seiten mit Fachinformationen
- Anbieten eigener Dienste
- Anbieten von eigenen Suchmaschinen, Datenbankabfragen, etc.
6. Kosten
In diesem Bereich ist von 150,- DM bis 20.000,- DM und mehr alles drin. Pauschale Angaben können hier nicht gemacht werden, da dies immer von den jeweiligen Inhalten bzw. der Gestaltung der Seiten abhängt. Die Programmierung von ganzen Datenbanken etc. wird Sie natürlich erheblich teuerer kommen, als die bloße Erstellung des HTML-Codes auf wenigen Seiten. Alles in allem gilt: Je aufwendiger die Gestaltung und Angebote, desto teuerer.
Zu berücksichtigen sind weiterhin die anfallenden laufenden Kosten, z.B. für die Domain und den eigenen Internetzugang.
Hier finden Sie nähere Erläuterung zu den Zugangskosten in der Rubrik "Grundlagen Internet"
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