Die konkrete Umsetzung eines gelungenen Internetauftrittes
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III. Die konkrete Umsetzung
Einige mögen denken, eine Beschäftigung mit den nachstehenden, etwas spezielleren Themen sei überflüssig Dies vor allem dann, wenn einer der großen Internetdienstleister für die Verwirklichung der Internetpräsenz herangezogen wird. Sinn und Zweck, die "ganze Sache" in fremde Hände zu geben ist ja gerade, selbst so wenig wie möglich Arbeit damit zu haben.
Im Rahmen meiner Recherche für diese Seiten ist mir allerdings aufgefallen, dass es bisher kaum relativ untechnisch gehaltene Beiträge rund um die Erstellung von Internetseiten gibt. Es ist gar nicht so einfach, einen kurzen Überblick über die Materie zu erhalten, der doch das Wesentliche enthält. Einen solchen möchte ich hier über nachfolgende Themenbereiche anbieten.
- Domainname
- Layout
- Werbung
- Rechtliche Absicherung
- Wartung, Pflege
- Technische Aspekte und Sicherheit
7. Domainname
Über Domainnamen sind mittlerweile ganze Bücher verfasst worden, die sich mit den rechtlichen Problemen rund um das Thema befassen. Auch im Internet sind zahllose und ausführliche Beiträge zu finden. Mangels einer einheitlichen gesetzlichen Regeln, werden die Grundlagen nach wie vor von der - zum Teil sehr unterschiedlichen - Rechtsprechung geliefert. Mittlerweile haben sich einige Grundsätze herausgebildet, bei deren Einhaltung man auf der relativ sicheren Seite ist. Zu bedenken sind insbesondere das Namens-, Marken- und Wettbewerbsrecht. Die Beachtung einiger Grundregeln hilft, typische Fehler zu vermeiden.
Je einfacher die Namen sind, desto eher können sich die Nutzer daran erinnern. Dies führte zu einem regelrechten Ansturm auf aussagekräftige Domains und dazu, dass die meisten bereits vergeben sind. Je länger man mit der Registrierung wartet, desto schwerer wird es, einen geeigneten Namen zu finden.
- Erste Schritte
Zunächst muss man sich einen passenden Domainnamen ausdenken und überprüfen, ob dieser schon vergeben ist. Dies kann man kostenlos bei der DENIC (für Deutschland ".de") und bei Providern, die eine Domainregistrierung anbieten, erfahren. Vorsicht! Man sollte das Domain nicht bei der DENIC registrieren lassen, da dies laut deren eigener Auskunft oft teuerer sei, als über die entsprechenden Dienste. Zudem stellt die DENIC weder Web-Space (Speicherplatz im WWW) noch einen Internetzugang zur Verfügung.
Für die Schreibweise von Domainnamen gelten einige Besonderheiten:
- Nur Kleinbuchstaben verwenden (das ist zwar nicht zwingend, aber "sicherer")
- Keine Zahlen am Anfang
- Als Sonderzeichen sind nur der Bindestrich "-" und der Unterstrich "_" erlaubt
- Mindestens 3 Zeichen
- Keine Leerzeichen
- Domainnamen, die grds. nicht registriert werden sollten:
Allen ist gemein, dass hier u.U. Namens-, Marken- und Wettbewerbsverstöße vorliegen können und von den Gerichten zum Teil bereits als solche qualifiziert wurden.
- Namen von bekannten Unternehmen
- Namen von bekannten Persönlichkeiten
- Sonstige Titel von Filmen, Software, Zeitschriften usw.
- Markennamen
- Benennungen staatlicher Einrichtungen
- Städte- Orts- und Landesnamen
- Kfz-Kennzeichen
- Namen, die die Verwechslung mit solchen bekannten Namen beabsichtigen, um für eine größere Frequentierung der Seite zu sorgen (z.B. speigel.de). Solche Unarten haben neben rechtlichen Konsequenzen auch einen nachdrücklichen Imageverlust der eigenen Seiten zur folge.
- Grundsätzlich unbedenkliche Namen:
Auch hier kommt es natürlich entscheidend auf den Einzelfall an. Vorsicht ist also immer geboten!
- eigener Vor- und/oder Nachname, auch mit Berufsbezeichnung oder akademischen Grad
- Namen des eigenen Unternehmens, unabhängig von der Rechtsform
- allgemein beschreibende Begriffe (z.B. auto.de), die in den meisten Fällen jedoch vergeben sein werden.
- frei erfundene Phantasienamen, fallen nur bedingt unter die unbedenklichen Namen, da gerade solche häufig als Marken eingetragen werden.
- Markenrechtliche Recherche
Da Domainnamen auch als Marken eingetragen werden können, sind in diesem Rahmen markenrechtlichen Abmahnungen möglich. Vor solchen kann man sich weitestgehend durch eine umfassende markenrechtlichen Recherche schützen. Dies ist zum einen über die Recherche-Datenbanken des DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt), als auch durch entsprechende dort zu findende Dienste möglich. Nachteil an der Sache sind die relativ hohen Kosten von mindestens 150,00 bis 200,00 DM (Basis-Recherchen werden mittlerweile schon günstiger angeboten).
Es können drei grundlegende Recherchemöglichkeiten, durchgeführt werden:
- Bei der Identitätsrecherche wird überprüft, ob eine gleichlautende Marke bereits registriert ist.
- Die Ähnlichkeitsrecherche überprüft ähnliche Markennamen, um eine eventuelle Verwechslungsmöglichkeit auszuschließen.
- Ferner ist eine Inhaberrecherche möglich, durch die Marken von Mitbewerbern ermittelt werden können.
Weitere rechtliche Aspekte finden Sie in einem gesonderten Beitrag.
8. Layout
Das Layout einer Internetseite ist in erster Linie Geschmacksache. Dabei sollte man allerdings eher auf den allgemeinen, als auf den eigenen Geschmack abstellen. Denn die Internetseite dient in der Regel nicht zur eigenen "Freude", sondern soll ein breites Publikum ansprechen. Die Bestimmung des Layouts ist in erheblichen Maße von Kompromissen geprägt und richtet sich ausnehmend nach der Zielgruppe.
Aber: Eine Internetseite soll auch Individualität zeigen! Der Nutzer soll sich an die Seite erinnern können. Dies erfolgt in den in erster Linie über die visuelle Eindrücke.
Mit einer kommerziellen Internetpräsenz soll in erster Linie Seriosität und Professionalität bewiesen werden.
Dabei sollte ein angemessener Kompromiss zwischen einem Layout, dass ein sehr konservatives Publikum anspricht und einem solchen, dass auch jüngere interessant finden, gefunden werden.
Dabei gilt jedoch immer die "goldene" Regel: WENIGER IST OFT MEHR!
Gerade beim Lesen am Bildschirm stören viele Animationen und Bewegungen eher, als dass sie die Aufmerksamkeit des Lesers fesseln. Nutzer, die die Seite eines Anwaltes anwählen, wollen in der Regel Information und keine Unterhaltung. Zu viel "Schnickschnack" wirkt bei professionellen Seiten eher abschreckend, als einladend.
- Grenzen
Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten und der Kreativität sind mit zunehmenden Fortschritt des Mediums Internet immer weniger Grenzen gesetzt. Die Grenzen der Gestaltung und des Designs liegen meiner Meinung nach in der Verständlichkeit und Lesbarkeit. Auch muss die Ladegeschwindigkeit einer Seite in angemessenen Verhältnis zu deren Inhalt stehen.
Was "guter" Geschmack ist, muss letztlich jeder selbst wissen. Zu beachten sind hier - wie immer - die rechtlichen Schranken.
- Startseite
Hier gilt es 2 Gesichtspunkte gegeneinander abzuwägen:
- Zum einen sollte die Startseite den Benutzer ansprechen und neugierig machen, sowie dazu veranlassen, auf der Seite zu verweilen.
- Zum anderen ist es ungeheuer wichtig, dass gerade die Startseite schnell und problemlos aufgerufen werden kann. Es gibt für den Nutzer nichts schlimmeres, als eine sich äußerst langsam oder sogar fehlerhaft aufbauende Seite. In diesen Fällen wird das Hochladen häufig abgebrochen und die Seite bleibt in schlechter Erinnerung.
Da in diesem Bereich meiner Meinung nach der technische Aspekt überwiegt, gilt hier insbesondere die Regel Nummer eins, dass weniger oft mehr ist.
- Farben
Auch die Farbwahl ist ein eher zweischneidiges Schwert. Einerseits wirkt das altbekannte "Schwarz auf Weiß" ziemlich langweilig. Andererseits scheint z.B. "pink" nicht die passende Hintergrundfarbe für eine seriöse, auf Inhalte ausgelegte Seite zu sein.
Am besten fährt man wohl mit gedeckten Farben. Dabei gilt:
- Soll der Hintergrund in weiß gehalten sein, so dürfen Überschriften, kleine Grafiken etc. ruhig etwas bunter ausfallen.
- Bei hellen farbigen Hintergründen ist unbedingt darauf zu achten, dass die farbliche Abstimmung zwischen den einzelnen Elementen stimmt. Ist dies nicht der Fall, wirkt die Seite trotz ggfs. glänzender Inhalte eher unruhig und unprofessionell.
- Dunkle Hintergründe eignen sich meiner Ansicht nach weniger für eine gesamte Internetpräsenz, die Inhalte vermitteln will. Das Lesen fällt oft schwerer und auch das Ausdrucken kann zu Problemen führen.
Ein gezielter Einsatz zur Hervorhebung einzelner Passagen kann jedoch durchaus eine Bereicherung darstellen.
- Frames
Mit "Frames" (zu deutsch: Rahmen) kann eine Seite in verschiedene Abschnitte eingeteilt werden, die voneinander weitestgehend unabhängig sind. Zwar ist die Meinung über Frames in der Internetgemeinde gespalten, bei der Navigation im Rahmen der Website sind sie jedoch äußerst nützlich. Daher sollte - trotz einem kleinen Teil der Nutzer, die keine Frames darstellen können oder wollen - bei größeren Seiten nicht auf diese Technik verzichtet werden.
Ein immer gleichbleibender Abschnitt, der zur Navigation durch die eigene Seite dient, hat 2 entscheidende Vorteile:
- Der Nutzer kann von überall an jede Stelle der Seite durch einen einfachen Klick gelangen. Dadurch wird die Navigation erheblich erleichtert. Zudem macht ein gut gestalteter Navigationsframe (der immer sichtbar ist) u.U. neugierig auf die Inhalte, die sich hinter den einzelnen Bereichen befinden.
- Durch den Navigationsframe behält die Seite ein einheitliches Aussehen, womit sie in besserer Erinnerung des Nutzers bleibt.
9. Werbung
Es geht nachstehend nicht um Werbung für die eigentliche berufliche Tätigkeit, sondern um Werbung für die Internetpräsenz. Natürlich bedingt das eine das andere. Im Internet gelten jedoch besondere Regeln, die es zu beachten gilt.
Irgendwie muss die Seite nach außen hin bekannt werden. In dem Zeitpunkt, in dem die Seite ins Netz gestellt wird, weiß nur ein sehr kleiner Kreis überhaupt um deren Existenz. Auch haben die Benutzer nicht schon seit geraumer Zeit auf genau diese Seite gewartet. Niemand wird genau diese Seite suchen und anwählen.
Natürlich ist es in erster Linie Sache des Verfassers, sich um das Bekannt machen der Webseite zu kümmern. Allerdings sollte man selbst sich auch darüber Gedanken machen, welche Wege man beschreiten möchte und welche nicht. Es gibt die vielfältigsten Mittel und Wege sich im Netz vorzustellen, von denen ich nur die wichtigsten - und auch im Rahmen der freien Berufe möglichen - nennen möchte.
- Hyperlinks
Das Nutzen von Hyperlinks ist wohl die am weitesten verbreitete und effektivste Methode für Frequenz auf der eigenen Seite zu sorgen. Es handelt sich hier um Verweise auf andere Websites, die mit einem Klick aufgerufen werden können.
Oft beruht eine solche "Verlinkung" auf Gegenseitigkeit, so dass die eigene Seite auch auf diese Seiten verweisen sollte. Dies ist am besten mit einer "Linkseite" zu bewerkstelligen.
Aber Vorsicht!!
Eine Linkseite bedarf ständiger Pflege. D.h. es muss in regelmäßigen Abständen überprüft werden, ob der jeweilige Link noch irgendwo hinführt, bzw. noch dahin führt, wo er ursprünglich hinführte! Es ist für Nutzer ein - leider sehr häufig auftretendes - Ärgernis, immer wieder die Fehlermeldung zu sehen, dass eine bestimmte Seite nicht aufgerufen werden kann.
Die rechtlichen Gesichtspunkte von Hyperlinks werden in einem gesonderten Beitrag behandelt.
Suchmaschinen
Die meisten Suchmaschinen durchforsten die Web-Seiten nach deren gesamtem Inhalt oder nach bestimmten in den "Meta-Tags" angegebenen Suchbegriffen. Die Anmeldung bei Suchmaschinen bzw. Katalogen wie Yahoo ist zwar etwas langwierig, aber auch lohnend.
Werbebanner
Bei Werbebannern handelt es sich um kleinere oft sehr bunte und auffällige Grafiken, die für etwas werben und häufig durch Anklicken auf eine neue Internetseite führen.
Sie können zum einen auf vielen Webseiten Ihrer Wahl Werbeplatz kaufen und dort Ihr Werbebanner einrichten. Vorausgesetzt dies ist standesrechtlich erlaubt.
Meist erfolgt die Werbung allerdiings durch Banner-Tausch. Sie können ihre Banner auf Seiten platzieren, die ihrerseits wieder auf Ihre Seite verweisen.
Wie bereits gesagt, soll mit der Homepage aber auf die eigene Kanzlei bzw. Praxis aufmerksam gemacht werden, womit fremde Werbebanner grundsätzlich störend wirken. Außerdem wird durch einen Klick meist eine fremde Seite mit oft völlig anderen Inhalten geöffnet. Häufig wird über solche neuen Seiten irgendwann das eigentliche Ziel der Suche und die ursprüngliche Seite (Ihre!) vergessen.
Zudem verlängert sich die Zeit, die die eigene Seite zum Hochladen braucht. Werbebanner sollten daher auf das unbedingt erforderliche Mindestmaß beschränkt werden und sind daher häufig nicht nötig.
Werbebanner lohnen sich im Allgemeinen auch nicht als Einnahmequelle, womit sie auch aus dieser Sicht uninteressant sind.
In diesem Rahmen sei noch erwähnt, dass es zudem Banner gibt, die auf bestimmte Initiativen aufmerksam machen und mit denen man seine Solidarität dazu bekunden kann. Mit solchen Bannern sollte man große Vorsicht walten lassen, da am Beginn einer Initiative oftmals schwer vorherzusehen ist, in welche Richtung sich diese später entwickelt. Daher ist davon gerade Anwälten, Steuerberatern und Ärzten grundsätzlich abzuraten. Das gilt natürlich nicht für solche Initiativen, die das eigene Fachgebiet o.ä. betreffen, und über die man stets gut informiert ist.
- Auch herkömmliche Methoden, wie das Auslegen von Broschüren in der Praxis etc. können zur Bekanntheit der Seite beitragen.
- Zwar kann im Internet auch durch Gewinnspiele und Preisausschreiben geworben werden, was allerdings für die freien Berufe wohl gegen das Standesrecht verstoßen dürfte. Zudem sind Benutzer, die so auf die Seite gelockt werden, kaum an deren Inhalt interessiert. Daher sind solche Möglichkeiten nicht zu empfehlen.
10. Rechtliche Absicherung
Mit den rechtlichen Aspekten rund um das Internet beschäftige ich mich in einem separaten Beitrag. Hier soll der Hinweis genügen, wie wichtig eine rechtliche Absicherung der Internetpräsenz ist. - Und dies nicht nur um sich eventuellen Ärger zu ersparen.
Gerade in diesem Bereich sind rechtliche Auseinandersetzungen angesichts relativ hoher Streitwerte im Urheber- und Wettbewerbsrecht oft sehr kostspielig.
Ein weiteres Problem liegt, wie bereits im Rahmen der Domainnamen erwähnt, in fehlenden gesetzlichen Regelungen. Zwar lassen sich Tendenzen der Rechtsprechung erkennen. Diese sind allerdings infolge der rasanten Entwicklung des Internets einem stetigem Wandel unterzogen.
Daher gilt: eine fundierte rechtliche Analyse ist nicht nur bei Beschreiten neuer Wege unerlässlich.
11. Wartung, Pflege
Auf einige Aspekte der Wartung und Pflege von Internetseiten bin ich bereits im Rahmen der Erörterungen zu Kosten und der eigenen Zeit eingegangen. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, wie wichtig das ist.
Stellen Sie sich vor, Sie surfen mit einem neueren Browser. Eine Seite, die sie gerade öffnen wollen, teilt ihnen plötzlich ganz ungeniert mit, das Ihr Browser keine Frames anzeigen kann. Es ist ja sehr schön, dass der Verfasser der Seiten an Browser gedacht hat, die das nicht können. Ihrer kann es aber! Das macht schon mal einen schlechten Eindruck. Wenn dann die Navigation durch die Seiten ohne Frame schier unmöglich ist, wird auch der geduldigste User die Seiten bald wieder verlassen und diese in schlechter Erinnerung halten.
Solche Mängel auf Seiten müssen nicht von Anfang an bestehen. Jedoch können sich auch in die schönste Seite schnell Fehler bei deren Aktualisierung einschleichen. Daher ist auf Wartung und Pflege größte Sorgfalt zu verwenden, denn das Verändern bestehenden Quellcodes ist häufig schwerer und fehlerträchtiger, als ihn neu zu schreiben.
12. Technische Aspekte und Sicherheit werden im Rahmen der Grundlagen rund um das Internet behandelt.
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